Mein Jahr im Norden

Wahrscheinlich hast Du gerade Abi gemacht…. Oder einen anderen Schulabschluss…. Oder festgestellt, dass was immer Du gerade tust, eigentlich nicht ganz das Richtige ist.

Tja – genau das Problem hatte ich letztes Jahr auch: ich stand da und meine ursprünglichen Träume (Ausland, Mission, andere Kulturen kennenlernen) hatten sich irgendwie in Luft aufgelöst. Also dachte ich mir: Hey, vielleicht ist Deutschland ja doch nicht ganz schlecht… Und so bin ich beim Diakonischen Jahr gelandet.

Tja und dann hat sich plötzlich, mit Sicherheit durch Gottes Hand, eine Stelle in der FeG Aurich aufgetan. Ich war am Anfang noch ziemlich verunsichert, weil ihre Wünsche mir viel zu anspruchsvoll klangen. Am liebsten sollte ich

  • eine Juleica haben (ich musste erstmal googlen, um herauszufinden, dass es sich dabei um eine anscheinend weitverbreitete Jugendleiterkarte handelt)
  • Erfahrung und Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben (ich habe weder kleine Geschwister, noch anderweitig viel mit kleinen Kindern zu tun gehabt…)
  • und so schnell wie möglich anfangen (14 Tage nach meiner Vorstellung dort)

Aber ich dachte mir: Anrufen kann nicht schaden und aus einem Anruf wurde schnell eine Fahrt nach Aurich (eine kleinere Stadt in der Nähe der ostfriesischen Inseln). Ich wurde total lieb aufgenommen. Es wurde sehr schnell klar, dass meine Bereitschaft Dinge auszuprobieren und Neues zu lernen, etwas war, was gut in die FeG passte. Ich hätte mir also gar nicht so große Gedanken machen müssen. Kurz und gut: Ich bekam die Stelle für mein BFD in Aurich und wurde auch noch ganz spontan zum Sommerfest eingeladen, sodass ich erst eine Nacht später als geplant nach Hause zurückkehrte.

Die paar Tage bis mein Jahr im September begann, vergingen dann ganz schön schnell. Mein erstes Seminar fühlte sich allerdings irgendwie wie eine Freizeit an. Das lag nicht nur an der angenehmen Atmosphäre, sondern auch daran, dass ich noch kurz zu meinen Eltern zurückkehrte, bevor ich meinen ganzen Hausstand nach Aurich brachte (wo ich direkt zu Beginn auch noch einmal wo anders unterkam, weil meine Gastfamilie im Urlaub war.)

Dazu ist zu sagen: Das ich in einem Zimmer von Mitgliedern der Gemeinde wohne, hat mir auf der einen Seite sehr schnell Kontaktpersonen gegeben und auch das Gefühl wirklich in die Gemeinde zu gehören. Auf der anderen Seite muss man sich natürlich an andere Personen gewöhnen, Kompromisse schließen und es war halt leider einfach nicht das gleiche, wie wenn ich in eine WG hätte ziehen können. Die automatische Möglichkeit, mit anderen Gleichaltrigen Kontakt aufzunehmen hat mir gerade am Anfang echt gefehlt.

Ich wurde unglaublich freundlich in die Gemeinde aufgenommen, total lieb begrüßt, vorgestellt und auch mit einem Gebet für mich willkommen geheißen. Und gleich am ersten Tag (einem Sonntag) wurde ich voll eingespannt: erst Gottesdienst, dann ein Flohmarkt und schließlich Jugend mit gemeinsamen essen.

Die „Beschäftigungsrate“ verläuft bei mir allerdings in Wellen. Mal ist irgendwie die ganze Zeit was zu tun: Man hat jeden Tag was vor, muss für alles noch irgendwas vorbereiten, ist irgendwie die ganze Zeit unterwegs. In anderen Wochen gibt es nur die „regulären Termine“- in meinem Fall: Montagsmorgens Treffen mit  dem Pastor Axel, montags nachmittags ein Entdecker (Haus)-Kreis, mittwochs Bürozeit, gemeinsames Gebet, und nachmittags Alleecafé oder ein Kinderactionnachmittag, den ich mit aufgebaut habe. Freitags alle zwei Wochen Biblischer Unterricht für Teens (BU), sonntags Gottesdienst und Jugend. Naja und natürlich noch Dinge vorbereiten, irgendwelche Treffen haben, Infozettel falten…

Wenn man sucht, lässt sich eigentlich immer was finden.

Die Dinge, die natürlich besonders spannend sind, sind die unvergleichlichen Aktionen. Wir hatten im November Lego-Tage und im März die Holzbauwelt (bei der wir mit Kapla-Bausteinen eine große Stadt gebaut haben). Ein richtig schönes BU-Wochenende, dass BUJU an Pfingsten, und im Sommer werde ich noch mit auf eine zweiwöchige Frankreich-Freizeit fahren. Außerdem gibt es ein Baseballcamp, bei dem sogar amerikanische „Baseball-Trainer“ dabei sind, worauf ich auch schon total gespannt bin! Im Herbst findet auch eine Gemeindefreizeit statt und ich muss sagen, dass ich meinen Nachfolger ein bisschen beneide, weil er (oder sie) daran teilnehmen kann… (und ich wahrscheinlich nicht)

Gerade am Anfang war ich sehr froh darüber, dass ich mir die vielen unterschiedlichen Dinge und Aktionen anschauen durfte. Zum Glück wurde ich in die Aufgaben, die mir neu waren, gut eingeführt. Andachten halten, Kindernachmittage vorbereiten oder mir überlegen, wie der biblische Unterricht stattfinden soll, war mir nämlich ziemlich fremd. Aber ich durfte auch viele andere Dinge ausprobieren: Artikel für unsere Infozettel schreiben, die jeden Sonntag ausgelegt werden, ein Kindergruppenkonzept miterarbeiten, an einer Freizeit und am Baseballcamp vorbereitend mithelfen, Anmeldelisten schreiben, aber auch im Gottesdienst moderieren, Musik machen…

Zwar liegt ein Schwerpunkt für die Gemeinde besonders in der Kinder- und Jugendarbeit, allerdings gibt es auch viele, viele andere Möglichkeiten meine eigenen Talente und Erfahrungen einzubringen, was ich richtig cool finde. Außerdem sind die Mitglieder der Gemeinde wirklich einfach nett.

Auch in meiner Beziehung zu Jesus bin ich in dieses Jahr gewachsen. Man setzt sich doch noch mal anders mit ihm auseinander, wenn man anderen Menschen begegnet, andere Gedankenanstöße bekommt und wirklich regelmäßig im Gottesdienst ist. Sich zu überlegen, wie man Jesus Worte, Zusagen und Handlungen mit anderen teilen und an sie vermitteln kann, tut natürlich auch sein Übriges. In unserem Entdeckerkreis und dem mittwöchigen Bibellesen mit anschließendem Gebet durfte ich Jesus ebenfalls immer wieder erleben.

Meine Zeit bei den Seminaren, die wirklich angenehm über das Jahr verteilt waren, wurde ebenfalls von guten Gesprächen und gemeinsamen Lobpreis geprägt. Aber wir hatten auch einfach Spaß, haben uns über unsere Arbeit ausgetauscht und uns auch gemeinsam Gedanken über unsere (berufliche) Zukunft gemacht. Zum Auftanken waren die eingeschobenen Wochen für mich wirklich gut!

Was mir gerade am Anfang bei meiner Arbeit schwer gefallen ist, war, mir selber Richtlinien zu setzen, um meine „freie“ Arbeitszeit möglichst gut einzuteilen. Leider neige ich zu „Aufschieberitis“. Was dann meistens darin endet, dass ich meine eigentlich festen freien Tage für all die Dinge nutzen muss, die ich vorher nicht gemacht habe…. Allerdings glaube ich, dass ich so nach und nach auch in diesem Bereich dazu gelernt habe (selbst, wenn ich darüber noch immer nicht ganz hinweg bin.)

Eine andere Sache, die mir schwer gefallen ist, war es Freundschaften aufzubauen. Zwar gibt es in der Jugend ein paar Gleichaltrige; allerdings wollte ich auch gerne außerhalb der Gemeinde Leute finden. Da hätte ich es schön gefunden, in einer WG zu leben…. Aber wer weiß, was sich für den nächsten BFD-ler noch ändern kann.

Aber in der Kürze liegt die Würze:

Was dich nach Aurich ziehen könnte sind:

  • Supernette Gemeindemitglieder
  • Spannende neue Aufgaben und Erfahrungen, die dich fordern, aber nicht überfordern
  • Nur 30 km Abstand zum Meer- man kann einen Tagesausflug nach Langeoog machen

Aber das war noch nicht alles:

  • Du kannst an coolen Dingen wie einer Gemeindefreizeit, einem Baseballcamp mit Besuch von Amerikanern und einer genialen Sommerfreizeit teilnehmen,
  • Dich bei allem was dich an Gemeindearbeit interessiert, bedenkenlos ausprobieren und
  • Deine eigenen Vorstellungen, Träume und Talente im Bereich der Gemeinde einsetzen.
  • Und last but not least, steht Jesus hier merklich im Mittelpunkt, sodass deine Beziehung zu ihm in diesem Jahr wirklich wachsen kann.

Auf jeden Fall wünsche ich dir alles, alles Gute bei deiner Entscheidung und Gottes reichen Segen!

Sarah

spannend

So würde ich mein Jahr als FSJlerin bezeichnen. Als ich mich nach meinem Abi beim Diakonischen Jahr beworben habe, wollte ich gerne in einer Gemeinde arbeiten. Gelandet bin ich dann tatsächlich in einer Gemeinde aber nur zu 50%. Die anderen 50% habe ich in einem Wohnheim für psychisch kranke Frauen gearbeitet. Als Gudrun Schwehn mir diese Stelle im Bewerbungsgespräch vorschlug, war ich anfangs sehr skeptisch. Ich hatte keinerlei Erfahrungen mit Menschen, die unter solchen Krankheiten leiden. Aber frei nach dem Motto „jede Erfahrung bringt einen weiter“, habe ich die Stelle angenommen.

Ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe, denn ich habe viele Erfahrungen gemacht, Freundschaften geschlossen und viel über mich und meine Stärken und Schwächen gelernt. Ich habe gemerkt, wie dankbar Menschen sein können, wenn man sich Zeit für sie nimmt und ihnen einfach mal zuhört. Die Erfahrung, dass man nicht gleich die ganze Welt retten muss, um Menschen zu helfen, sondern dass man sie durch kleine Gesten oder einfach durch Freundlichkeit und Zuwendung zum Lächeln bringen kann, war für mich echt wertvoll.

Vor allem die Seminare waren ein Highlight, bei dem ich viel Neues gelernt, mich mit meinem Leben und Gott beschäftigt und viele interessante Menschen kennengelernt habe.

Daher kann ich so ein FSJ nur weiterempfehlen! Nach dem ganzen Lernen in der Schule erst mal praktisch aktiv zu werden, bevor es dann in die Ausbildung oder das Studium geht, ist super und gibt neue Motivation.

Melissa Kühn

1 Jahr für die Gemeinde

Seit dem Sommer mache ich in meiner Ortsgemeinde ein „Freiwilliges Soziales Jahr“. In diesem Jahr darf ich eine Menge sehen und erfahren, sowohl was den Gemeindealltag als auch den Pastorendienst angeht.

Es ist einfach noch mal eine andere Perspektive, wenn man vollzeitig für eine Gemeinde arbeitet, in der man sonst eher zu Besuch war. Ich konnte mich in allen Bereichen der Gemeinde mal so richtig austoben: Egal ob ich im Kindergottesdienst mitgemacht habe, in der Jungschararbeit, beim Flyer erstellen, eine Garderobe baute, oder beim Werben für den Weihnachtsgottesdienst die Waffeln verkaufte.

In diesem Jahr habe ich so unterschiedlich gearbeitet wie noch nie und es hat riesigen Spaß gemacht. Mir persönlich lag dabei am meisten die Jugendarbeit am Herzen. Wir haben eine Woche des gemeinsamen Lebens, Kochduelle, eine Silvesterfreizeit und viele andere Aktionen veranstaltet. Momentan sind wir dabei eine Sommerfreizeit zu planen, was eine unheimliche Herausforderung ist.

„Wir“? Ja! Auch das darf ich in diesem Jahr lernen: Teamarbeit! In unserem Jugendleiterteam arbeiten wir gut zusammen und versuchen immer wieder neue Ideen in der Jugend umzusetzen, wenn wir z.B. einen Mädchen- und einen Jungenhauskreis gründen oder immer wieder versuchen die wöchentlichen Jugendstunde besser zu gestalten.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Gemeinde zu machen bedeutet viel, aber abwechslungsreiche und spaßmachende Arbeit. Es bedeutet viel geben und viel zurückbekommen. Ich freue mich, dass ich mich zu dem Jahr in der Gemeinde entschieden habe.

 

Silas Köhler

Hallo du zukünftiger FSJ´ler :)

Mein Name ist Madi und ich komme ursprünglich aus dem schönen Hinterland.
In meinem FSJ hat es mich dann nach Hagen verschlagen. Dort hatte ich eine halbe Stelle in der FeG Hagen- Haspe und eine halbe Stelle in der freien evangelischen Grundschule Hagen.

Und es war ein bombenmäßiges Jahr! Ich hätte nirgendwo besser aufgehoben sein können, als beim Diakonischen Jahr. Solch absolut talentierte, liebevolle, sorgende und auch direkte Mitarbeiter habe ich noch nie gesehen. Einfach nur gut!

Natürlich ist ein FSJ nicht immer einfach. Keine Frage, auch ein FSJ kann durchaus anstrengend und herausfordern sein, aber genau dann wird’s erst spannend 🙂 Außerdem bist Du beim Diakonischen Jahr auch nicht alleine.

Ich habe noch nie in einem Jahr so viel über mich, mein Leben und meine Lebensweise gelernt und nachgedacht. Es war eines meiner coolsten und prägendsten Lebensjahre, die ich bisher hier auf Erden verbringen durfte!

Eins steht fest, das FSJ wird Dich in vielen Lebensfragen verändern und weiter bringen J Und nebenher erlebst Du auch noch ziemlich coole Dinge mit Gott!

Ich freue mich mit Dir, wenn Du Dich für das Diakonische Jahr entscheidet, weil ich mir jetzt schon sicher bin, dass es  eines der besten Jahre Deines Lebens wird.

Es grüßt Dich herzlichst eine Frau, die sofort wieder ein FSJ über das Diakonische Jahr machen würde 🙂

 

Madeleine Pitzer

Voll gut!

Ich bin als „BuFDi“ in der FeG Rheinbach gelandet und mein Schwerpunkt liegt dort auf der Kinder- und Jugendarbeit, in der ich tatkräftig mit anpacken werde.

Um nur einige Gruppen zu nennen in denen ich in Zukunft vorzufinden bin, da wäre die Pfadfinderarbeit, eine Event orientierte und Gruppenübergreifende Teenagerarbeit, der Jugendkreis und Jugendhauskreise, aber z.B. werde ich auch im Biblischen Unterricht mitarbeiten.

Zusätzlich zu den ganzen neuen Erfahrungen, die ich dort machen werde, habe ich das Glück, das ein Kamerateam von „Phoenix“ mich einen Tag lang begleiten wird, um einen genaueren Eindruck darüber zu bekommen, wie vielseitig und abwechslungsreich die Aufgaben eines „BuFDis“ sein können. Ausgestrahlt wird das Ganze Anfang Oktober, während einer Informations-/ Diskussionsrunde und wird dort als aktuelles Beispiel angeführt.

Ich wiederhole es nur allzu gerne, das wird bestimmt ein voll gutes, spannendes und prägendes Jahr! 🙂

Leonie Wagner