Reif für die Insel?!

hr_loccumSchule vorbei, Lust auf ein Jahr Lernpause und Erfahrungen außerhalb der Heimat. Was gibt’s da für Möglichkeiten? Nun ich bin bei der Suche nach Angeboten auf genau diese Internetseite vom Diakonischen Jahr geraten. Und sofort viel mein Blick auf die Einsatzstelle auf Langeoog, wo man als FSJler nicht nur in der Hauswirtschaft arbeiten muss, sondern auch viel am Kinderprogramm des Hauses beteiligt wird. Eine perfekte Kombination!

Hier in der Familienferienstätte „Haus Kloster Loccum“ geht’s einem als FSJler richtig gut. Der Arbeitsbereich ist wirklich vielseitig. Vom Putzen (oh ja, mehr als man denkt, der Putzkoller kommt früher oder später bei jedem, aber meistens überwiegt der Spaß ;-)!) über Küchenarbeit (Frühstücksbuffet vorbereiten: Platten legen, Tische eindecken, Essen vorbereiten,…), bis hin zum Gestalten des täglichen Bastelprogramms für die Kinder die hier Urlaub machen, Leitung der allabendlichen Gute-Nacht-Geschichte mit Singen und Vorlesen, sowie Mitarbeiten bei diversen Angeboten für Teens (Geländespiele, Spielabende, uvm…) und Erwachsene im „Kreativbereich“ des Hauses.

hr_sonnenuntergang

Aber Inselleben ist nicht nur aufregend und Ferienvergnügen pur (obwohl es das vorwiegend ist: Sonne, Strand, Meer!), sondern, zumindest für mich, auch teilweise eine große Herausforderung. Ein Jahr keine richtige Gemeinde haben, nur gelegentlich mal Gottesdienst. Einsamkeit und kalter Wind im Winter und ganz schön weit weg von Familie und Freunden… aber das alles hat bei mir auch dazu beigetragen, dass ich mir viel sicherer geworden bin in meinem Glauben an Jesus, meine Einstellungen und Standpunkte wurden ganz neu herausgefordert und hinterfragt. Außerdem werde ich auch bei der Arbeit immer wieder herausgefordert und ich hab viel Gelegenheit meine Gaben zu entwickeln und auch mal Dinge zu machen, die ich mich früher NIE getraut hätte … da wird man richtig extrovertiert!

Eine weiterer sehr reizvoller Aspekt des FSJs ist, dass man hier so richtig in Genuss des WG-Lebens kommt. Da hat man nicht nur ne Menge Spaß mit seiner Mit-FSJlerin und hat eine sehr intensive Beziehung mit seiner Mitbewohnerin, sondern lernt nebenbei auch noch ganz automatisch auch weg von Mama und Papa überleben zu können. Sowas wie Kochen (oder auch mal ohne warmes Essen auszukommen, verpflegen muss man sich nämlich komplett alleine), Wäsche waschen, … also, für Leute die selbstständig werden wollen genau das Richtige!

Zusammen mit anderen Zivis, Azubis FSJlern haben wir hier viel Spaß, gute Gespräche über Glauben (in diversen Hauskreisen, dieses Jahr hatten wir Mädels sogar zusammen einen Glaubenskurs) und alles in allem eine tolle gemeinsame Insel-Zeit.

Ach und zuletzt muss ich auch noch das coole Mitarbeiterteam hier im Haus loben: Ich kann mir kein besseres Arbeitsklima vorstellen, da wird sogar das tägliche Putzen zum reinsten Vergnügen:-D

UND!? Bist du (nach diesem Bericht) auch bereit für ein Jahr auf der Insel? Ich kann’s dir nur empfehlen, denn ich kann für mich persönlich sagen: Dieses Jahr hatte es in sich! Ich will es nicht missen, ich bin an allem sehr gewachsen und hatte wunderschöne Erlebnisse. Bis jetzt echt das beste Jahr überhaupt!

 

Hanna Rump

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