„Wie kommt es, dass du hier in Mechernich bist?“

Mit dieser Frage wurde ich konfrontiert, wenn ich erzählte, dass ich meinen Bundesfreiwilligendienst in der FeG Mechernich leiste. Und jedes Mal kann ich voller Freude sagen, dass es Gottes Weg für mich ist.
Während meine Klassenkameraden über Studium oder Ausbildung nachgedacht haben, hatte ich mich längst für ein soziales Jahr im Bereich Kinder- und Jugendarbeit beworben.
Zur Wahl standen zwei Gemeinden. Da ich nicht gerade sehr entscheidungsfreudig bin, ohne mir vorher ein Bild gemacht zu haben, bin ich zusammen mit meinen Eltern zu den beiden Gemeinden gefahren, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Ende Januar 2013 machten wir uns also auf den Weg nach Mechernich und wurden dort sehr herzlich und freundlich aufgenommen. Der Pastor führte uns durch die Gemeinde und bei einem gemeinsamen Mittagessen konnte ich einige Leute näher kennenlernen. Die Stimmung war entspannt und offen, obwohl es für die Gemeinde ebenfalls eine neue Situation war, denn sie hatten zuvor noch keinen „Bufdi“ angestellt. Auch meine Arbeitsbereiche standen zu diesem Zeitpunkt nicht zu 100% fest, was mir allerdings wenig Sorgen bereitete.
So gegen 17 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause und das erste was meine Mutter zu mir sagte, als wir die Gemeinde verlassen hatten: „Ich glaube, das ist der richtige Ort für dich!“ Und sie sollte recht behalten, denn auch mein Gefühl sagte mir, dass passt. Ich entschloss mich, meinem Gefühl zu vertrauen, denn ich war mir sicher, dass es von Gott kam. Somit begann mein BFD am 1.September 2013 in der FeG Mechernich.

In der Gemeinde hatte sich in den letzten Jahren viel verändert. Der Entschluss einen „Bufdi“ anzustellen, war dennoch lange Zeit unklar(selbst am Tag meines Besuches). Erst im Laufe der Zeit habe ich erfahren, dass Gott in der Gemeinde Türen geöffnet und die Menschen vorbereitet hat.
Gerade die finanzielle Situation der Gemeinde ist keine leichte. Viele Mitglieder beziehen Sozialhilfe bzw. haben nicht viel Kapital. Aber für Gott ist das kein Problem und die Gemeinde konnte dies erfahren. Er hat dafür gesorgt, dass die Stelle bis zum Ende finanziell abgesichert ist, denn zu Beginn meines Dienstes war dies noch fraglich.
Auch meine konkreten Aufgaben waren immer noch unsicher. Auf der einen Seite sollte ich nicht zu viel machen, auf der anderen Seite natürlich nicht zu wenig.
Es wirkt vielleicht ein bisschen bizarr, dass die Stelle wegen eines unausgereiften Konzeptes fast gescheitert wäre, aber für die Gemeinde war dies eine echte Herausforderung. Wie bereits erwähnt, war es für die Gemeinde eine völlig neue und unvorhersehbare Situation. Sie musste lernen ganz auf Gott zu vertrauen.
Jetzt bin ich fast ein halbes Jahr im Dienst. Eine Zeit, in der ich viel über meine Gaben gelernt und neue entdeckt habe sowie Gottes Wirken täglich spüren darf.
Gott segnet meine Arbeit und das Vertrauen auf Ihn, was die Gemeinde oftmals mehr merkt als ich.

Ich möchte jeden ermutigen, nicht nur mit dem Gedanken für ein Freiwilliges Soziales Jahr zu spielen, sondern dem Gedankenspiel Taten folgen zu lassen. Wage den Schritt ins Ungeklärte und vertraue darauf, dass Gott die Fäden in der Hand hält. Nicht nur Du persönlich, sondern auch Gemeinden, die von Gott beauftragt wurden!

Wir Menschen können nur die Gegenwart erkennen, aber bei Gott liegt die Zukunft!

Lisa Stoll